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Kuratoriumssitzung im Fellbacher Sportzentrum LOOP

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Der Ort für die zweite Kuratoriumssitzung der Kinderturnstiftung Baden-Württemberg am 29. November 2010 war bewusst gewählt: Das Sportzentrum LOOP des SV Fellbach. Der Verein um seinen 1. Vorsitzenden, Joachim Seibold, verfügt mit der im September 2010 eröffneten Einrichtung durchaus über ein Vorzeigeobjekt für eine umfassende motorische Grundlagenausbildung. Das Angebot umfasst eine Kindersportschule, Krabbelgruppen und eine große Turnabteilung, die all dies garantieren. Darüber hinaus gibt es im LOOP eine erlebnisreiche Bewegungslandschaft, ganztägig flexibel einsetzbare Räumlichkeiten und hoch qualifizierte Übungsleiter. Jedem Kind in Baden-Württemberg eine motorische Grundlagenausbildung zu ermöglichen, gilt als primäres Ziel der Stiftungsarbeit.

Für die Bewegungslandschaft im LOOP übergab deshalb der Vorstandsvorsitzende der Kinderturnstiftung BW, Senator E.h. Thomas Renner, als Dankeschön eine Schrägmatte. Anschließend demonstrierte Wolfgang Liedtke, Leiter der Kindersportschule, den Kuratoriumsmitgliedern eindrucksvoll verschiedene Bausteine einer motorischen Grundlagenausbildung in der neuen Bewegungslandschaft. Er machte deutlich, dass Kinder Spaß an Bewegung haben und durch eine qualifizierte Anleitung die Alltagsmotorik geschult und geübt wird.

Motorisch perfekt war die Darbietung der beiden Sportgymnastinnen Laura Jung und Christina Tschernischew vom Landesleitungszentrum/Bundesstützpunkt Fellbach-Schmiden. Beide Gymnastinnen zählen zu den besten Nachwuchsgymnastinnen in Deutschland und waren für die diesjährige RSG-Europameisterschaft nominiert.

In seinem Jahresrückblick auf die Arbeit der Kinderturnstiftung zog Thomas Renner ein positives Fazit: „Mit Kinderturnen on Tour, der mobilen Bewegungslandschaft für Kinder im Alter zwischen drei und acht Jahren, haben wir mittlerweile einen Selbstläufer.“ Etwa 150 Mal war die mobile Kinderturn-Welt seit 2009 im Einsatz und hat mehr als 45.000 Kindern Spaß an der Bewegung vermittelt. Als Weiterentwicklung wird im Frühjahr 2011 eine Kinderturn-Welt in der Stuttgarter Wilhelma errichtet. In Sichtweite der lebendigen Vorbilder soll eine Bewegungslandschaft entstehen, in der die Kinder den Tieren nacheifern können.

Ein weiteres Hauptaugenmerk liegt beim Projekt „Bewegte Kommune“. Eine verbesserte und intensivere Zusammenarbeit von Eltern, Lehrern, Erziehern, Kindergärten, Schulen und Vereinen soll das Thema Bewegung im Alltag der Kinder und vor allem auch der Eltern fest verankern. Ziel ist unter anderem die landesweit einheitliche Ausbildung von Erzieher/innen im Bewegungsbereich.

Mit der Wissensplattform entsteht derzeit online ein umfangreiches Informationsportal rund um das Thema Bewegung im Kindesalter. Zielgruppen sind Erzieher/innen, Lehrer/innen, Übungsleiter/innen und Eltern, die dort Grundlagen, Tipps und Ideen für Ihre tägliche Arbeit mit Kindern finden. Besonders hervorzuheben ist der Stundenbild-Editor. Hier können sich Fachkräfte individuell hochwertige Kinderturnstunde zusammenstellen und ausdrucken. Außerdem sieht Renner den Schwerpunkt der zukünftigen Arbeit beim Thema Bewegungsförderung im Alter von null bis drei Jahren.

Schließlich appellierte der Vorstandsvorsitzende an die Politik- und Verwaltungsinstitutionen, die Maßnahmen für mehr Bewegung im Alltag besser zu koordinieren. Alleine dadurch könne schon ein Vielfaches bei Kindern und Eltern erreicht werden. Anlässlich der EnBW Turn-WM 2007 gründeten die Sparda-Bank Baden-Württemberg eG, der Badische und der Schwäbische Turnerbund unter der Schirmherrschaft des damaligen Ministerpräsidenten Günther H. Oettinger die Kinderturnstiftung Baden-Württemberg. Die Arbeit der Stiftung beruht auf aktuellen Forschungsergebnissen. Demzufolge können Kinder, die sich unter qualifizierter Anleitung regelmäßig bewegen, deutlich höhere Lernleistungen zeigen, weniger gesundheitliche Risiken haben, schon früh soziale Kompetenzen erwerben und trotz unterschiedlicher Herkunft mit einfachen Mitteln integriert werden.