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Der vielschichtige Begriff "Gesundheit" wird in diesem Beitrag aus verschiedenen Perspektiven betrachtet, um seiner Komplexität gerecht zu werden.
Die medizinisch-naturwissenschaftliche Perspektive
In der Medizin existiert keine wissenschaftlich fundierte Definition von Gesundheit. Vielmehr gibt es verschiedenste Krankheitsdefinitionen. Haug (1991, S. 41) definiert Krankheit beispielsweise als „Abweichung von einer messbaren biologisch- somatischen Gesundheitsnorm“. Gesundheit wird dementsprechend als Negation von Krankheit, also als das ‚Freisein von Krankheit‘, angesehen, was als Folge einer leichteren Objektivierbarkeit von Krankheit als von Gesundheit angesehen werden kann. Krankheit und Krankheiten sind im Gegensatz zu Gesundheit messbar und nachweisbar, wie beispielsweise durch Blutwerte.
Die psychologische Perspektive
Ein wichtiger Teilaspekt von Gesundheit, ist auch die psychologische Gesundheit. „Sie wird nicht als Defizit interpretiert, sondern vielmehr positiv definiert als ein Vorhandensein von psychischer Kompetenz und Wohlbefinden, was eine wichtige Voraussetzung für die „Bewältigung externer und interner Anforderungen“ betrachtet wird (Recla, 2004, S. 34).
Die soziologische/ ökologische Perspektive
Unter der soziologischen Perspektive wird Gesundheit ähnlich definiert, wie im psychologischen Gesundheitsbegriff. Allerdings stehen vermehrt gesellschaftliche Zusammenhänge im Mittelpunkt von Strategien zur Anforderungsbewältigung. „Gesundheit wird [hier] als die aktive Anpassungsfähigkeit des Organismus an die Umwelt“ (Recla, 2004, S. 34) angesehen.
Das integrative Gesundheitsverständnis
Das integrative Verständnis von Gesundheit ist ganzheitlich ausgerichtet und integriert alle oben dargestellten Perspektiven. Demnach ist ein Individuum nicht entweder gesund oder krank, sondern befindet sich ständig in einem mehrdimensionalen Kontinuum zwischen Gesundheit und Krankheit. Jede Person lässt zu jedem Zeitpunkt hierauf lokalisieren (vgl. (Recla, 2004, S. 35).
Für das integrative Gesundheitsmodell werden 3 zentrale Fragen zu Grunde gelegt, die nicht autonom zu betrachten sind, sondern in einem wechselseitigen Zusammenhang stehen:
Im Sinne des integrativen Gesundheitsverständnisses ist Gesundheit, nach Definition der Who (world health organization), der „Zustand des völligen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen“. Bei kritischer Betrachtung dieser Definition, wird schnell das Utopische daran deutlich: niemand kann den „Zustand des völligen […] Wohlbefindens“ erreichen. Hurrelmann (2000, S. 86) hat daher in Auseinandersetzung mit verschiedenen wissenschaftlichen Theorien zu Gesundheit und Krankheit wesentliche ‚Leitvorstellungen‘ herausgearbeitet:
Gesundheit ist somit immer als eine Balance zwischen Anforderungen und Ressourcen zu sehen. Sie beschreibt sowohl den subjektiven, als auch den objektiven Zustand des Befindens einer Person. Ist diese ‚gesund‘, dann befindet sie sich im Einklang zwischen den eigenen Möglichkeiten und Zielvorstellungen und den jeweils gegebenen äußeren Lebensbedingungen. Ist die Person ‚krank‘, ist eine Disbalance zwischen Anforderungen und Ressourcen, den Lebensbedingungen und den äußeren Gegebenheiten eingetreten, die wieder ins Gleichgewicht gebracht werden sollte.
In der Literatur findet man unterschiedliche (Gesundheits-)Kriterien, die im Zusammenhang mit integrativ- gesundheitlichen Ansätzen aufgeführt werden: Arbeitsbedingungen, Fitness, Flexibilität, Lebensbewältigung, Lebenshaltung, Lebensweise, Leistungsfähigkeit, Persönlichkeitsstruktur, Soziale Einbindung, Sozioökologische Lage, Wohlbefinden.