Gelebte Bewegungsförderung: Wir stellen das Referenten-Team unserer Inhouse-Fortbildungen vor

Bereits über 1200 pädagogische Fachkräfte wurden seit September in mehr als 130 Fortbildungen im Rahmen unserer Inhouse-Fortbildungen für Kita-Teams zur Bewegungsförderung geschult. Diese Inhouse-Fortbildungen zur Bewegungsförderung sind kostenfrei und werden durch die Kinderturnstiftung BW mit Unterstützung des Badischen Turner-Bundes und des Schwäbischen Turnerbundes im Auftrag des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport BW angeboten. Mehr als 30 Referent*innen führen die Schulungen in einem Pflichtmodul und je zwei Wahlmodulen in den Kitas des Landes durch und geben ihr Wissen und zahlreiche Anregungen zur Bewegungsförderung in der Kita u.a. in Themen wie “Bewegung mit selbstgemachten Geräten”, “Spiele ohne Material”, “Kommunikation bewegt!”, “Zahlen, Buchstaben, Farben, Formen”, “Schwämme, Wäscheklammern & Co.”, “Raumwunder” und “Entspannung” praxisnah an die pädagogischen Fachkräfte vor Ort weiter.

Wir stellen einige der Referent*innen in Kurzinterviews vor und haben sie unter anderem gefragt, warum Bewegung für sie persönlich mehr ist.

Liebe Petra, seit wann beschäftigst Du Dich mit Themen wie Bewegungsförderung?
Seit ich mit dem Leistungssport im Alter von 14 Jahre aufgehört habe, bin ich Übungsleiterin im Kinderturnen.

Warum ist Dir das ein Anliegen?
Ich weiß, dass über Bewegung das Selbstbewusstsein gestärkt werden kann. Bewegung und Sport machen Spaß. Sport hält gesund und fit. Auch im Alter ist Bewegung besonders wichtig, um den Geist wach zu halten. Und indem ich erreiche, dass Kinder mit Sport und Bewegung aufwachsen und es sozusagen für die Kinder zum Alltag dazu gehört, ist auch in einem gewissen Maße sichergestellt, dass der Körper auch im Alter fit gehalten werden kann.

Bewegung ist Bildung – warum?
Durch Bewegung werden schon im Babyalter Weichen gestellt. Durch Bewegung werden die Synapsen im Gehirn verlinkt und es kommt zur vermehrten Gehirntätigkeit. Mit Hilfe von Bewegung lässt sich leichter lernen. Auch das Erlernen sozialer Fähigkeiten wird mithilfe von Sport ermöglicht – ein Team erreicht beispielsweise oft mehr als ein Einzelkämpfer. Man lernt mit Niederlagen umzugehen, durch Erfolge wird das Selbstbewusstsein gestärkt. Finden diese Prozesse im Kindes- und Jugendalter statt, kann man ein Leben lang davon zehren.

Du bist Referentin im Rahmen unserer Inhouse-Fortbildungen zur Bewegungsförderung für Kita-Teams – welchen Eindruck hast Du bereits erhalten? Sind die Kita-Teams nach der Fortbildung motiviert, das Erprobte umzusetzen?
Ich habe das Gefühl, dass die Erzieher*innen viel mitnehmen können. Auch wenn einige Inhalte schon bekannt sind, ist es doch gut, eine Auffrischung zu erfahren. In vielen Kindergärten kommt Bewegung zu kurz, da der Alltag oft so vollgestopft ist mit vielen Tagespunkten. Für die pädagogischen Fachkräfte sind viele Tipps dabei, die auch einfach umgesetzt werden können. Das ist bei vielen gut angekommen. Bei den Übungen, die wir anbieten, haben die Teilnehmer*innen immer viel Spaß.

Warum ist Bewegung für Dich persönlich mehr?
Für mich ist Bewegung extrem wichtig. Ich bin mit Turnen aufgewachsen. Ich war im Mutter-Kind-Turnen, dann in der Leistungsgruppe in unserem Dorfverein, später in der Nachbarstadt im Turnverein. Ich bin als talentiertes Kind gut gefördert worden und war im D-Kader des Schwäbischen Turnerbundes. Als Schülerin habe ich mehrere württembergische Meisterschaften gewonnen. Das Turnen hat mir sehr viel Spaß gemacht, obwohl es immer ein sehr anstrengendes Training war. Danach bin ich in die Trainer Laufbahn eingestiegen, auch das macht Spaß. Ich bin immer noch aktive Turnerin und nehme seit einigen Jahren an den deutschen Senioren-Meisterschaften teil, das macht extrem Spaß und ist auch ein bisschen exotisch. Auch meine drei Kinder machen Sport. Das war für mich ein großes Ziel: Auch meinen Kindern den Sport nahe zu bringen und sie darin zu bestärken, dabei zu bleiben. Inzwischen ist die ganze Familie sportlich in unterschiedlichen Sportarten aktiv. Der Sport bringt mich mit vielen Menschen zusammen, fordert mich immer wieder neu heraus und gibt mir immer wieder Bestätigung und Zufriedenheit.

 

Liebe Marion, seit wann beschäftigst Du Dich mit Themen wie Bewegungsförderung?
In der Straße, in der ich aufwuchs, spielten wir draußen Fangen, Verstecken und Völkerball, sind Rollschuh gefahren und haben auf der Wiese Rad und Handstand geübt. Schon hier halfen die Großen den Kleinen. Parallel turnte ich im Verein und war im Judo aktiv. Nach einigen Jahren als Helferin konnte ich mit dem Übungsleiterabschluss 1984 viele Kinder und Jugendliche beim Turnen, Jazz- und Modern Dance und Judo in ihrer sportlichen Entwicklung begleiten. Großes Vorbild waren meine Eltern für mich, die selbst aktiv waren und die Wochenenden mit mir auf dem Fahrrad oder bei Turnvereinswanderungen verbrachten.

Warum ist Dir das ein Anliegen?
Es ist mir wichtig, den Spaß und die Vielfalt des eigenen Könnens und der Möglichkeiten der Bewegung in der Kita, im Verein und bei Kolleg*innen zu vermitteln. Erfahren Kinder diesen Ausgleich und die kreativen Möglichkeiten im großen Feld der Bewegung, ist das ein großer Teil der Gesundheitserziehung dieser kleinen Menschen. Als Kinderclown versuche ich durch viel Humor gemeinsam Hürden zu überwinden. Mein Ziel ist es, Neugierde und Experimentierfreude in unterschiedlichen Bereichen des Sports zu wecken. Dann passiert Bewegung immer und überall!

Bewegung ist Bildung – warum?
Den eigenen Körper kennen- und schätzen lernen ist ein großer Teil vom Glück und glückliche, akzeptierte Menschen lernen besser! Bewegung holt die Kinder in ihrer Begeisterung ab und begeisterte Menschen sind bereit fürs Lernen. In der Zeit, in der ich meine eigenen vier Kinder beim Lernen begleitete, habe ich so oft wie möglich Bewegung in den Prozess eingebaut und dadurch lief so vieles einfacher. Bewegung aktiviert alle Sinne. Die Kinder erleben, wie toll es sich anfühlt, aktiv zu sein. Der Vorgang der Wiederholung, des Übens und das kreative Erreichen eines gesteckten Ziels sind alles Inhalte im Sport und wichtige Lernbausteine.

Du bist Referentin im Rahmen unserer Inhouse-Fortbildungen zur Bewegungsförderung für Kita-Teams – welchen Eindruck hast Du bereits erhalten? Sind die Kita-Teams nach der Fortbildung motiviert, das Erprobte umzusetzen?
Die Stimmung bei den Fortbildungen ist sehr gut, es wird viel gelacht. Die Teams haben Spaß an den Inhalten der Fortbildung. Es ist klasse, mit Fachleuten an der individuellen Umsetzung der jeweiligen Einrichtung arbeiten zu können. Für mich selbst ist dieser Austausch eine große Bereicherung in meiner eigenen Arbeit mit den Kindern. Das höre ich auch von den Teilnehmer*innen. Die Kolleg*innen im Team, die für die Fortbildung geworben haben, fühlen sich bestätigt und der Funke springt über.

Warum ist Bewegung für Dich persönlich mehr?
Ich liebe es, mich mit anderen bewegungsbegeisterten Menschen zu treffen und in verschiedenen Projekten unterwegs zu sein. Das eigene, vielfältige Bewegen tut mir gut und macht mich stark für alle Lebenslagen.

Liebe Marion, seit wann beschäftigst Du Dich mit Themen wie Bewegungsförderung?
Damit beschäftige ich mich schon seit meiner Kindheit. Ich war früher selbst als Kind aktiv im Kinderturnen, als Jugendliche schon als Helferin bei den kleinen Kindern dabei und als meine Tochter klein war, bin ich durch das Helfen im Kinderturnen zur Ausbildung als Übungsleiterin gekommen. Das hat mir so viel Wissenswertes vermittelt, dass ich immer mehr Fort- und Ausbildungen gemacht habe und schließlich mein Hobby zum Beruf gemacht habe.

Warum ist Dir das ein Anliegen?
Ich finde, dass Kinder in unserer heutigen Zeit allgemein viel zu wenig Bewegungsmöglichkeiten haben. Der voll durchstrukturierte Tagesablauf mit langen Schul- oder Betreuungszeiten lässt oft wenig Spielraum um eigene Ideen und Bewegungserfahrungen mit anderen Kinder auszuleben. Auch ist der Einfluss der neuen Medien, die Unterhaltung am PC und Handy zu suchen, oftmals ein sehr großes Problem. Ich finde es daher sehr wichtig, den Kindern Raum zu bieten, sich mit anderen Kindern auszutoben und (Sport)Spiele zu erleben und dabei möglichst viel Spaß und Freude zu erfahren.

Bewegung ist Bildung – warum?
Wer die Hintergründe des Themas exekutiven Funktionen kennt, sieht ganz klar und deutlich, dass vielfältige Bewegungsanreize eine optimale Grundlage schaffen, um in der Schule und im sozialen Umfeld positive Erfahrungen zu sammeln. Wenn dies auch noch mit Spaß und Freude passiert – besser kann es doch gar nicht sein. Wichtig ist für mich auch, dass Bewegung nicht zwangsläufig eine große Sporthalle braucht. Viel wichtiger ist es, die Bewegung in den Alltag zu integrieren und selbstverständlich zu machen, dann ist der Weg zur „Bildung“ bestens vorbereitet.

Du bist Referentin im Rahmen unserer Inhouse-Fortbildungen zur Bewegungsförderung für Kita-Teams – welchen Eindruck hast Du bereits erhalten? Sind die Kita-Teams nach der Fortbildung motiviert, das Erprobte umzusetzen?
Die Rückmeldung der Einrichtungen, in welchen ich bisher tätig war, war durchweg positiv. Ein Satz einer Pädagogischen Fachkraft ist mir sehr im Gedächtnis geblieben: „Das sind ja gar nicht so wilde Sachen!“ Das fand ich sehr bezeichnend, da die Fortbildung ja auf die spätere Umsetzung im Kita- Alltag ausgerichtet ist. Je nach Einrichtung ist das Platzangebot oft begrenzt, zumindest in den Innenräumen, und die Befürchtung, dass Bewegung nur durch wilde Spiele und so bei wenig Platz mit Gefahren verbunden ist, scheint in vielen Köpfen verankert zu sein. Mit dieser Fortbildung können wir solche Befürchtungen aber gut entkräften und ich denke, dass vieles direkt umgesetzt wird.

Warum ist Bewegung für Dich persönlich mehr?
Durch Bewegung kann ich mir zum einen sehr gut meine Umwelt erschließen. Das mache ich gerne auf dem Rad oder zu Fuß, oftmals auch im Urlaub. Wer sich nicht bewegt, bleibt auf der Stelle und das ist nichts für mich, dafür gibt es viel zu viele und schöne Dinge zu entdecken. Zum anderen liebe ich es auch, mich im Sport ab und zu mit anderen zu messen. Ich spiele Badminton in einer Freizeitgruppe und das macht mir auch sehr viel Spaß.

Liebe Sabrina, seit wann beschäftigst Du Dich mit Themen wie Bewegungsförderung?
Anfang wechselte ich ganz klassisch von der selbst aktiven Sportlerin in die Trainertätigkeit. Erst als Helferin, dann als eigenständige Übungsleiterin mit mehreren Kinderturngruppen. Über zehn Jahre begleitete ich viele Kinder in ihrer Bewegungsentwicklung als ich auch im Turngau aktiv wurde und dort fast 20 Jahre mit dem Turnerjugendteam jedes Jahr viele Turnfeste, Wettkämpfe aber auch Mitmachtage und Zeltlager organisiert habe. Die leuchtenden Kinderaugen bei solch besonderen Veranstaltungen als Highlight ihrer Vereinsausflüge war mir immer Motivation genug. Schon früh habe ich gemerkt, dass nicht nur die Bewegung bei Kindern und Jugendlichen ein MUSS ist, sondern auch, wie wichtig es ist, Vorbilder zu haben, die auch mit und in sozialen Fähigkeiten fördern.

Warum ist Dir das ein Anliegen?
Meine Leidenschaft für die große Turnerfamilie brennt schon von klein auf. In der Sporthalle fühle ich mich zu Hause und die Arbeit im Team, sei es in der Turngruppe aber auch im Ehrenamt, macht mir großen Spaß. Für eine gemeinsame Leidenschaft alle Kreativität, Schweiß und Herz einzubringen, das zieht sich wie ein roter Faden durch meine Turnlaufbahn. Es gibt dem Leben einen Sinn und zu jeder Lebenslage Stabilität und Halt. Mit diesem Herzblut reiße ich gerne alle mit in die Leidenschaft um die Bewegung von klein auf.

Bewegung ist Bildung – warum?
In der Sporthalle und in deiner Trainingsgruppe kannst du einfach du selbst sein. Du kannst alle deine negativen Eigenheiten und deinen Ballast wie eine Jacke ausziehen und das Sportshirt überziehen. Und dann gemeinsam eine tolle Bewegungszeit haben – egal wer was weiß und kann. Das ist für mich Teilhabe. Die Kinder genau an ihrem Können individuell abzuholen, zu bestärken und zu fördern ist für mich Bildung weit über das ABC hinaus. Und das Kinderlachen, die Begeisterung und der Stolz der Kinder als Dank einer Turnstunde sind unbezahlbar.

Du bist Referentin im Rahmen unserer Inhouse-Fortbildungen zur Bewegungsförderung für Kita-Teams – welchen Eindruck hast Du bereits erhalten? Sind die Kita-Teams nach der Fortbildung motiviert, das Erprobte umzusetzen?
Ich bin begeistert, wieviel die Kitas, in denen ich Gast sein durfte, bereits im Alltag und vor allem regelmäßig (trotz nicht immer optimaler Räume oder Gegebenheiten) umsetzen. Auch dass sie sich einlassen auf das Thema Bewegung mit all ihrer Kreativität und dem Ideenreichtum freut mich sehr. Sofort sprudeln Ideen oder es wird erkannt, was schon geleistet wird. Meistens benötigt es auch nur einen Spiegel oder kleinen Schubs um Eingeschlafenes in dieser nicht ganz einfachen Zeit wieder zu erwecken und die Wichtigkeit der Bewegung wieder in den Vordergrund zu rücken. Es macht einfach richtig Spaß, Teil dieses tollen Projektes sein zu dürfen.

Warum ist Bewegung für Dich persönlich mehr?
Ich kann ohne Bewegung, das Miteinander, den Austausch und die gemeinsame Leidenschaft für unseren Sport nicht auskommen. Es gibt immer eine Möglichkeit, die Kinder für Bewegung zu begeistern – vor allem meine eigenen.

Liebe Ulrike, seit wann beschäftigst Du Dich mit Themen wie Bewegungsförderung und warum ist es Dir ein Anliegen?
Die Wichtigkeit der Bewegungsförderung ist mir erst durch meine eigenen Kinder so richtig bewusst geworden. Wir können durch gezielte Bewegungsanregungen und durch Raum für Bewegung so viel Positives für jedes einzelne Kind bewirken! Dabei geht es nicht nur um tolle Sportangebote in großen Hallen. Es ist natürlich wunderbar, wenn das möglich ist. Vorrangig muss aber mehr Bewegung im Alltag stattfinden – und auch in den Köpfen aller Verantwortlichen muss sich noch mehr bewegen. Denn Bewegung ist elementar für eine gesunde kindliche Entwicklung. Dabei kann Bewegung überall stattfinden. Mit einfachen Mitteln kann Gesundheitsförderung betrieben und den Kindern dadurch eine bessere Zukunft ermöglicht werden.

Bewegung ist Bildung – warum?
Kinder – und nicht nur sie! – lernen durch Bewegung. Bewegung bestimmt unser Leben, von der ersten Zellbewegung an. Es ist so viel leichter, effektiver und freudvoller mit allen Sinnen zu lernen. Schon im Kleinkindalter experimentieren und erforschen die Kinder mit ihren Sinnen ihre Umgebung, um Funktionen, Materialien und Handlungen zu begreifen. Wenn wir gezielt unterschiedliche Sinne anregen, nutzen wir unterschiedliche Bereiche im Gehirn. Dadurch behalten wir uns Dinge so viel leichter und nachhaltiger – und das gilt nicht nur für Kinder!

Du bist Referentin im Rahmen unserer Inhouse-Fortbildungen. Welchen Eindruck hast Du bereits erhalten? Sind die Kita-Teams nach der Fortbildung motiviert, das Erprobte umzusetzen?
Dadurch, dass die Fortbildungen direkt im Kindergarten stattfinden, können wir gezielt auf die Fragen und Bedürfnisse der Kita-Teams eingehen und auch Bewegungsanregungen für die jeweiligen Räumlichkeiten geben. Die Teams können sich mit den Wahlmodulen zwei Schwerpunkte auswählen und erfahren praxisorientiere, vielseitige Impulse und ganz viel Hintergrundwissen. Die Schulungsinhalte können jederzeit im Handbuch nachgelesen werden, das jede teilnehmende Erzieherin erhält. Fotos von der Fortbildung, das eigene Ausprobieren und Erleben von Spielen bleiben in Erinnerung und können auch im Nachhinein gut nachvollzogen werden. Es wird sehr viel Inhalt in dieser kurzen Zeit vermittelt, macht aber auf jeden Fall Lust direkt loszulegen und mit den Kindern in Bewegung zu kommen.

Warum ist Bewegung für Dich persönlich mehr?
Bewegung ist Leben! Ich bin sehr gerne selbst in Bewegung und freue mich darüber, dass ich durch Bewegung auch bei anderen etwas bewegen kann. Schon Albert Einstein sagte: “Das Leben ist wie Fahrradfahren. Um das Gleichgewicht zu halten, muss man in Bewegung bleiben”.

Liebe Karin, seit wann beschäftigst Du Dich mit Themen wie Bewegungsförderung und warum ist Dir das ein Anliegen?
Ich bewege Kinder im Alter von einem bis 12 Jahren schon seit fast 40 Jahren. Dabei waren es anfangs hauptsächlich Gruppen im Gerätturnen oder der rhythmischen Sportgymnastik. Später kam der Breitensport dazu und die psychomotorische Bewegungsförderung. Das Verstehen darum, warum ein Kind entsprechend reagiert oder agiert, war und ist für mich immer ein Antriebsfaktor. Der Blickwinkel wird durch das Verstehen der Beweggründe geändert und man kann ganz anders reagieren. Die Erfahrungen, die ich in all den Jahren gemacht habe, und das Wissen um das Verhalten der Kinder möchte ich daher gerne weitergeben. In diesem Zusammenhang stehen natürlich die Möglichkeiten der Förderung der exekutiven Funktionen.

„Bewegung ist Bildung“ – warum?
Seit ich vor über zehn Jahren zum ersten Mal etwas von den exekutiven Funktionen und deren Auswirkungen gehört hatte, beschäftige ich mich mit diesem interessanten und spannenden Thema. Allerdings beobachte ich schon viel länger das (Bewegungs-)Verhalten der Kinder und habe hier viel über den Zusammenhang von Bewegung und Kompetenzerwerb gelernt. Kinder, die von Anfang an an den Übungsstunden teilnahmen, hatten durchschnittlich ein größeres Bewegungsspektrum als diejenigen, die sich nicht oder erst viel später dazu entschlossen hatten. Das Ergebnis bestätigte sich auch bei motorischen Tests, die in Zusammenarbeit mit der Schule stattfanden. Außerdem konnte ich immer wieder feststellen, dass die motorisch fitteren Kinder auch bessere Ergebnisse in Mathematik oder dem Sprachverständnis aufwiesen.

Du bist Referentin im Rahmen unserer Inhouse-Fortbildungen. Welchen Eindruck hast Du bereits erhalten? Sind die Kita-Teams nach der Fortbildung motiviert, das Erprobte umzusetzen?
Meine bisherige Erfahrung war durchweg positiv. Die pädagogischen Fachkräfte haben natürlich bereits Kenntnisse darüber, dass Bewegung wichtig für die Entwicklung der Kinder ist. Die komplexen Zusammenhänge aber werden ihnen erst mit dieser Fortbildung deutlich, vor allem auch der Stellenwert der exekutiven Funktionen. Die Motivation, auch in kleineren und beengten Räumen so viel Bewegung wie möglich anzubieten, wird von den tollen Ideen der Wahlmodule und der Inhalte der Bewegungs-Tonni noch zusätzlich gefördert.

Warum ist Bewegung für Dich persönlich mehr?
Da ich selbst schon als Vorschulkind mit dem Turnen angefangen habe und für mich Sport im Allgemeinen während meiner Schulzeit und auch später die wichtigste Freizeitbeschäftigung war, weiß ich, wie wertvoll dies ist. Ich kann heute noch davon profitieren. Dabei geht es nicht nur um die körperliche Fitness. Komplexe Zusammenhänge erkennen, Lösungen oder Lösungswege finden, Strategien entwickeln, geistige Ausdauer und Selbstkontrolle sind einige der Kompetenzen, die sich nur durch eine vielfältige Bewegungserfahrung in jungen Jahren entwickeln können. Aber vor allem auch die soziale Komponente war und ist mir immer sehr wichtig.

Referentin A. Müller der Inhouse-Fortbildungen zur BewegungsförderungLieber Andreas, seit wann beschäftigst Du Dich mit Themen wie Bewegungsförderung und warum ist Dir das ein Anliegen?
Bewegungsförderung beschäftigt mich seit etwa zehn Jahren, als ich begonnen habe meine erste Leichtathletik- Gruppe zu trainieren. Seit 2017 bin ich hauptberuflich im Kindersport zu finden. Neben vielen Kooperationen mit Kindergärten und Schulen, leite ich regelmäßig polysportive Sportgruppen für Kinder zwischen drei und zehn Jahren. Durch meine Ausbildung weiß ich, dass ein aktives und gesundes Leben seinen Ursprung in der Kindheit hat. Wer sich als Kind regelmäßig bewegt, tut das mit großer Wahrscheinlichkeit auch im Erwachsenen Alter.

„Bewegung ist Bildung“ – warum?
Durch den Sport und die Bewegung lernen die Kinder, im Team zusammenzuarbeiten, sich gegenseitig zu unterstützen und Rücksicht zu nehmen. Sie lernen aber auch Probleme selbständig zu lösen und sich schnell auf neue Situationen einzustellen. Zudem stärkt Bewegung ein gesundes Selbstvertrauen. Diese kognitiven, sozialen und psychischen Kompetenzen können nur durch eigene Erfahrungen verbessert werden und das gelingt am besten und einfachsten im Sport und Spiel.

Du bist Referent im Rahmen unserer Inhouse-Fortbildungen. Welchen Eindruck hast Du bereits erhalten? Sind die Kita-Teams nach der Fortbildung motiviert, das Erprobte umzusetzen?
Die Kita-Teams wissen, wie wichtig Bewegung und Sport sind. Die Kindergärten, die ich bereits im Rahmen der Fortbildung besucht habe, setzen schon viel um. Sei es durch regelmäßige Sportstunden und viel Bewegung im Alltag. Durch die Fortbildung haben sie neue Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten bekommen, mit denen sie die Bewegung im Kindergarten vielfältiger gestalten können. Schon in der Fortbildung gab es regen Austausch über die Umsetzung.

Warum ist Bewegung für Dich persönlich mehr?
Zum einen habe ich durch den Sport sehr viele positive Erfahrungen machen dürfen. Zum anderen finde ich es als Trainer immer wieder spannend, wenn Kinder kleine Erfolgserlebnisse habe und man zusehen kann, wie sie daran wachsen.

Liebe Solveig, seit wann beschäftigst Du Dich mit Themen wie Bewegungsförderung und warum ist es Dir ein Anliegen?
Ich unterrichte seit 15 Jahren im Bereich Tanz und Sport und beschäftige mich seitdem mit diesem Thema. Der Mensch ist ein „Homo movendus“ („der Mensch, der sich bewegen muss). Durch Bewegung wird seine Funktionstüchtigkeit erhalten. Regelmäßige Bewegung wirkt sich vielseitig positiv u.a. auf die Gesundheit, das Wohlergehen und das soziale Miteinander aus. Durch das Unterrichten gebe ich vielen Kindern-Jugendlichen und Erwachsenen die Möglichkeit dies zu erleben und die persönliche Leidenschaft für die Bewegung zu finden.

„Bewegung ist Bildung“ – warum?
Ein Aspekt wie Bewegung zur Bildung beiträgt ist folgender: Wenn der Mensch etwas Neues lernt, so vernetzen sich dessen Nervenverbindungen im Gehirn neu. Genau dieser Vorgang findet auch bei dem Erlernen von Bewegungsabläufen, Spielen und Übungsformen statt. Besonders unser Stirnhirn (unser präfrontale Kortex) kann durch Bewegung trainiert werden. Menschen mit einem ausgeprägten präfrontalem Kortex können sich u.a. besser konzentrieren und Impulse unterdrücken. Diese Fertigkeiten sind nur von Vorteil auf dem Lebensweg eines Menschen.

Du bist Referentin im Rahmen unserer Inhouse-Fortbildungen. Welchen Eindruck hast Du bereits erhalten? Sind die Kita-Teams nach der Fortbildung motiviert, das Erprobte umzusetzen?
Mein Eindruck ist, dass jede Kita aus den Fortbildungen Inputs mitnimmt, die sie im Alltag umsetzten kann. Die Teilnehmer/innen waren bisher begeistert von den Impulsen und Ideen, die während der Fortbildung gegeben werden. Jede/r konnte mehrere Inhalte nennen, die er/sie umsetzen wird.

Warum ist Bewegung für Dich persönlich mehr?
Bewegung macht Freude. Durch Bewegung lerne ich meinen Körper besser kennen und dessen Signale deuten. Ich bewege mich gerne in einer Gruppe, deshalb hat Bewegung für mich auch immer eine wichtige soziale Komponente. Bewegung eröffnet mir die Möglichkeit kreativ zu sein und eine besondere Art mich auszudrücken. Außerdem ist es ein Ventil, um Erlebtes zu verarbeiten.